01.07.2020

Fünf Mittelschüler gewinnen Gold an virtueller Physik-Olympiade

Das Finale der Physik-Olympiade hätte eigentlich schon im März stattfinden sollen. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurden die Prüfungen auf den 6. Juni verschoben und online durchgeführt. Die 24 Finalistinnen und Finalisten stellten ihr Können von zuhause aus unter Beweis. Als am 27. Juni die Resultate verkündet wurden, war die Spannung gross.

Die Rangverkündigung mit Überraschungsgast Claude Nicollier. (Screenshot: Wissenschafts-Olympiade)

Dominik Moos (Bild: Dominik Moos)

Leo Thom (Bild: Leo Thom)

Schon letztes Jahr erfolgreich dabei: Cédric Solenthaler 2019 mit einer Goldmedaille. (Bild: Markus Meier, Physik-Olympiade)

Schon letztes Jahr erfolgreich dabei: Tobias Riesen 2019 mit einer Bronzemedaille. (Bild: Markus Meier, Physik-Olympiade)

Lennart Horn beim Lösen der Prüfung. (Screenshot: Physik-Olympiade)

Die Finalistinnen und Finalisten erhielten die Materialien für die praktische Prüfung per Post. (Bild: Joé Goelff, Physik-Olympiade)

Damit die Teilnehmenden anhand der Materialien nicht schon im Voraus zu viel über das Experiment herausfinden, wurden den wesentlichen Gegenständen (eine Spritze und ein Klötzchen) überflüssige Objekte beigefügt. (Bild: Joé Goelff, Physik-Olympiade)

Gold ging an:

  • Dominik Moos, Kantonsschule Zug (ZG)
  • Leo Thom, Kantonsschule Kreuzlingen (TG) 
  • Cédric Solenthaler, Kantonsschule am Burggraben (SG)
  • Tobias Riesen, ehem. Gymnasium Burgdorf (BE)
  • Lennart Horn, Kantonsschule Solothurn (SO)

 

Experimente und Exoplaneten

Am theoretischen Teil der Prüfung änderte sich nicht allzu viel, als das Finale online ging. Für den praktischen Teil dachten sich die Freiwilligen der Physik-Olympiade ein Mechanik-Experiment aus, welches man auch in den eigenen vier Wänden durchführen kann. Die wenigen Materialien für das Experiment wurden den Teilnehmenden per Post zugeschickt. "Dies war ganz klar meine Lieblingsaufgabe", sagt Dominik Moos. "Ich hätte nicht erwartet, dass die Experimente zuhause so interessant sein würden." Auch Tobias Riesen mochte das Experiment, da er die gelernte Theorie gerne anwendet. An der Physik begeistert ihn, dass sie Phänomene des Alltags erklärt. Leo Thom hingegen gefiel eine theoretische Aufgabe zur Doppler-Spektroskopie am besten. Sie beruhte auf denselben Grundprinzipien wie die Entdeckung eines neuen Exoplaneten durch die Schweizer Nobelpreisträger Michel Major und Didier Queloz. "Es war sehr spannend zu sehen, wie man durch die Bewegung und Masse eines Sterns die Masse von dessen Exoplaneten abschätzen kann", meint Leo Thom.

 

Ein Sommer ohne IPhO

Nachdem die Physik-Talente während der Prüfung über Exoplaneten nachgedacht hatten, wurden sie auch noch vom ersten und einzigen Schweizer Astronauten begrüsst. Claude Nicollier gratulierte den Jugendlichen an der virtuellen Rangverkündigung zu ihren Leistungen. Leider werden die Gewinner nicht wie üblich an die Internationale Physik-Olympiade (IPhO) reisen. Diese fällt wegen der Coronavirus-Pandemie aus – zum ersten Mal seit vierzig Jahren. Ganz ohne internationale Wettbewerbe müssen die Schweizer Champions allerdings nicht auskommen. Vier von ihnen machten im Mai bereits bei der Nordisch-Baltischen Physik-Olympiade mit und holten zwei Bronzemedaillen. Ende Juli werden Dominik Moos, Leo Thom, Tobias Riesen und die Silber-Gewinner Yanjun Zhou und Max Wipfli an der ersten virtuellen Europäischen Physik-Olympiade (EuPhO) teilnehmen.

 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Neun Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager, Prüfungen sowie Wettbewerbe für über 4'000 Talente in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren.

 

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