29.07.2020

Schweizer Schüler gewinnt Bronze an Europäischer Physik-Olympiade

Die Europäische Physik-Olympiade, kurz EuPhO, stellte dieses Jahr 260 Mittelschülerinnen und Mittelschüler aus 53 Ländern vor physikalische Rätsel. Der Wettbewerb fand vom 21. – 26. Juli virtuell statt. Fünf Schweizer waren mit am Start:

Prüfungsaufsicht via Zoom (Alle Bilder: Physik-Olympiade)

Nicht jeder allein in seinem Zimmer: Vier von fünf Schweizer Teilnehmenden trafen sich an der Universität Bern, um die Prüfungen zusammen zu lösen.

Dominik Moos

[Translate to Italian:] Loïc Nicollerat

Max Wipfli

Tobias Riesen

Leo Thom

  • Dominik Moos, Kantonsschule Zug (ZG)
  • Leo Thom, Kantonsschule Kreuzlingen (TG)
  • Loïc Nicollerat, Lycée-Collège de la Planta (VS)
  • Max Wipfli, Kantonale Mittelschule Uri (UR)
  • Tobias Riesen, Gymnasium Burgdorf (BE)

 

Eine Bronzemedaille ging an Dominik Moos. Loïc Nicollerat, Leo Thom und Tobias Riesen erhielten für ihre Leistungen je eine Ehrenmeldung.

 

Die EuPhO geht online

Nachdem die in Rumänien geplante EuPhO 2020 wegen der Pandemie abgesagt werden musste, stellten Freiwillige aus verschiedenen Ländern, unter anderem aus der Schweiz, eine virtuelle Alternative auf die Beine. Am 21. und 22. Juli fanden zwei fünfstündige Prüfungen statt. Die genaue Uhrzeit der Prüfungen war je nach Aufenthaltsort unterschiedlich. Neben europäischen Ländern nahmen nämlich auch zahlreiche Gastländer aus entfernten Zeitzonen teil, von Bolivien bis Vietnam. Trotz der logistischen Herausforderungen ging der Anlass ohne technische Probleme über die Bühne. Für die Schweizer Teilnehmenden war dies die erste EuPhO, daher konnten sie keinen Vergleich mit einer normalen EuPhO ziehen. Die Freiwilligen der Physik-Olympiade aber vermissten den sozialen Austausch: "Es ist nicht ganz so spassig. Der soziale Aspekt ist auch für die Freiwilligen wichtig", findet Thanh Phong Lê, der an der EPFL doktoriert. Kontakt zu den Teams aus anderen Ländern hatten die Nachwuchsphysiker zwar kaum, doch sie konnten sich immerhin untereinander austauschen. Bis auf Leo Thom, der aus der Ferne teilnahm, traf sich das ganze Schweizer Team für zwei Tage in Bern, um die Prüfungen gemeinsam anzutreten. 

 

Katzenaugen und Simulationen

Nach getaner Arbeit fingen Dominik, Loïc, Max und Tobias sofort an, über die Aufgaben zu diskutieren. Dominiks Lieblingsaufgabe betraf die optischen Phänomene, die erklären, wie Katzenaugen in Dunkeln leuchten: "Die Aufgabe war schwierig und verwirrend, aber sie gefiel mir". Neben der Theorie gab es auch eine praktische Prüfung. Anders als bei vergangenen EuPhOs führten die Teilnehmenden jedoch nicht an Ort ein Experiment durch, sondern arbeiteten mit Simulationen. Dies habe auch Vorteile, meint Thanh Phong Lê. In einer Simulation liessen sich Experimente behandeln, die zu teuer oder aufwendig wären, um sie während einer Olympiade physisch durchzuführen. Einer der Organisatoren betonte während der virtuellen Preisverleihung am 26. Juli, dass Simulationen auch im Berufsalltag von Physikerinnen und Physikern eine immer wichtigere Rolle spielen. Ob aus den fünf Schweizer Olympioniken einmal professionelle Physiker werden? Gut möglich. Auf jeden Fall wollen sich alle von ihnen auch im Studium weiterhin mit Physik beschäftigen.

 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Neun Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager, Prüfungen sowie Wettbewerbe für über 4'000 Talente in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren.

 

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