07.11.2022

| Freiwilligenarbeit | Menschen

Treffen mit Freiwilligen aus der Romandie: Quentin

Wer sind die Freiwilligen in der Westschweiz? Welche Rolle spielen sie bei den Wissenschaften-Olympiaden? Was motiviert sie? In dieser Porträtreihe kannst du Freiwillige aus der französischsprachigen Schweiz kennenlernen.

Quentin, 26, Freiwilliger hinter den Kulissen

Physik-Olympiade

 

Magst du dich kurz vorstellen?

Ich komme aus Tramelan im Berner Jura und habe dort meine gesamte Schulzeit verbracht. Da mir eine Hochbegabung attestiert wurde, erhielt ich die Chance, neben dem normalen Unterricht zusätzliche Kurse zu besuchen. Beispielsweise ging ich schon während der Sekundarschule im Gymnasium in Biel ein und aus. Dort absolvierte ich später auch meine zweisprachige Matura mit Schwerpunkt Mathematik und Physik. Meinen Bachelor in Physik habe ich an der ETH Zürich gemacht, wo ich zurzeit meine Masterarbeit schreibe.

 

Neben Physik und Mathematik begeistere ich mich auch für Informatik, genauer gesagt für das Programmieren! Ich habe viele verschiedene Interessen: Ornithologie, Basteln (insbesondere Origami), Kunst und Armbrustschiessen.

 

 

Ich bewege mich hinter den Kulissen, daher habe ich nur wenig direkten Kontakt zu den Teilnehmenden.

 

 

Was bedeutet dir die Freiwilligenarbeit?

Durch die Freiwilligenarbeit gebe ich weiter, was ich selbst damals erlebt habe. Ich war selbst Teilnehmer und trage heute dazu bei, dass es mit der Physik-Olympiade weitergeht. Ich bin nicht unbedingt ein Visionär. Ich halte gern das am Laufen, was bereits besteht, und geniesse es, anderen die Teilnahme an diesem Wettbewerb zu ermöglichen.

 

Wie hast du deine eigene Teilnahme erlebt?

 

Wie hast du von der Olympiade erfahren?

Durch die Plakate, die in der Turnhalle aufgehängt wurden! Der Wettbewerb war wahrscheinlich auch deshalb bekannt, weil andere Schülerinnen und Schüler unserer Schule bereits relativ erfolgreich teilgenommen hatten. Außerdem waren einige Lehrerinnen und Lehrer bereits vertraut mit der Wissenschafts-Olympiade und waren bereit, Zeit in unsere Vorbereitung zu investieren; zum Beispiel für die Internationale Physik-Olympiade 2013 in Kopenhagen.

 

Was hat dich dazu motiviert, teilzunehmen?

Ich bin kompetitiv, ich vergleiche mich gerne und fordere mich auch gerne selbst heraus:  Wie weit komme ich? Ich habe dreimal an der Olympiade teilgenommen (2012, 2013 und 2014) und habe es dreimal ins Schweizer Finale und einmal ins internationale Finale geschafft.

 

Wie hat sich die Teilnahme an der Olympiade auf dein Leben ausgewirkt?

Ich habe neue Kenntnisse erworben und hatte die Gelegenheit, Menschen zu treffen, mit denen ich immer noch in Kontakt stehe habe; Menschen, die heute zu meinem engsten Kreis gehören und mit denen ich sowohl professionelle wie auch freundschaftliche Beziehungen pflege.  

 

Wie sieht deine Freiwilligenarbeit bei der Physik-Olympiade aus?

Ich engagiere mich seit 2014 als Freiwilliger und bin hauptsächlich für die Vorbereitung der theoretischen Prüfungen zuständig. Es ist nicht immer einfach, dieses Engagement mit dem Studium zu vereinbaren. Ich versuche, Zeit für die Olympiade freizuschaufeln und achte darauf, die Prioritäten abzuwägen; der Schlüssel liegt in der frühzeitigen Planung.

 

 

Ich bin nicht unbedingt ein Visionär. Ich halte gern das am Laufen, was bereits besteht, und geniesse es, anderen die Teilnahme an diesem Wettbewerb zu ermöglichen.

 

 

Was gefällt dir bei der Freiwilligenarbeit am besten?  

Prozesse zu optimieren und zu standardisieren, das Risiko von Fehlern und Versäumnissen zu verringern. Ich arbeite gern gewissenhaft und mag es, wenn die Dinge präzise und beständig erledigt werden. Dabei helfen die richtigen Werkzeuge: Statt einer klassischen Textverarbeitungssoftware verwenden wir zum Beispiel LaTeX, eine Software zur Dokumentenvorbereitung, die in den MINT-Fächern beliebt ist.

 

Kannst du mir deine schönste Erinnerung als Teilnehmer und/oder Freiwilliger erzählen?

Eine meiner schönsten Erinnerungen ist meine Teilnahme als Freiwilliger an der Internationalen Physik-Olympiade, die 2016 in der Schweiz stattfand. Für diesen Wettbewerb begann die Physik-Olympiade übrigens mit der Entwicklung der Software OlyExams, die die Übersetzungen der Prüfungsinhalte optimiert. Heute ist diese Software zu einem Standardwerkzeug geworden, das von vielen internationalen Olympiaden verwendet wird.

 

Was kannst du als Freiwilliger den Teilnehmenden mitgeben? Was möchtest du ihnen durch dein Engagement vermitteln?

Ich bewege mich hinter den Kulissen, daher habe ich nur wenig direkten Kontakt zu den Teilnehmenden. Bei der Vorbereitung der Prüfungen sind Gründlichkeit und Genauigkeit oberstes Gebot. Die Textqualität der Prüfungen muss gewährleistet sein. Meiner Meinung nach sollten sich die Teilnehmenden nicht den Kopf zerbrechen müssen, um die Prüfungen zu verstehen. Sie müssen sich vor allem mit deren Inhalt auseinandersetzen, mit dem, was von ihnen verlangt wird. Wenn ich meine Arbeit gut mache, bemerken mich die Teilnehmenden gar nicht!

 

Was würdest du Teilnehmenden sagen, um sie für die Freiwilligenarbeit bei der Wissenschafts-Olympiade zu motivieren?

Ich würde ihnen sagen, dass die Freiwilligenarbeit eine Chance ist, Menschen zu treffen, die gemeinsame Interessen haben, Menschen, die sich gegenseitig ergänzen. Ausserdem würden neue Freiwillige auch neue Ideen mitbringen, um den Inhalt der Prüfungen aufzufrischen. Das würde verhindern, dass wir uns wiederholen, und sicherstellen, dass die Aufgaben von hoher Qualität sind.

 

Was bringt die Zukunft der Wissenschafts-Olympiaden?

 

Wie stellst du dir deine Olympiade in zehn Jahren vor?

Mir wäre es recht, wenn sich nicht zu viel verändert… Aber natürlich hoffe ich auf eine höhere Beteiligung der Romandie, so dass der Anteil der französischsprachigen Teilnehmenden irgendwann proportional zur Gesamtbevölkerung ist!

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