30.04.2024

Medienmitteilung

Schweizer Schüler an Physik-Olympiade in Estland ausgezeichnet

Vom 26. - 28. April nahm die Schweiz als Gastland an der Nordisch-Baltischen Physik-Olympiade teil. Für vier Champions der Schweizer Physik-Olympiade, die auf eine Teilnahme an der dieses Jahr in Iran geplanten Internationalen Physik-Olympiade verzichtet, bot der Wettbewerb eine alternative Chance, sich mit Gleichaltrigen aus aller Welt auszutauschen und zu messen. Das Ergebnis: Zwei Ehrenmeldungen, eine Bronzemedaille und bleibende Erinnerungen.

Von links nach rechts: Noelia Cheridito, Florian Brauss, David Reichmuth mit Bronzemedaille, Felix Bergmann. (Alle Bilder: Physik-Olympiade)

Die Schweizer Delegation inklusive Skript und Maskottchen. Von links nach rechts: Nicolà Gantenbein und Clémence Bachmann (Freiwillige), David Reichmuth, Felix Bergmann, Florian Brauss, Noelia Cheridito.

  • David Reichmuth, Kantonsschule Alpenquai (LU)
  • Felix Bergmann, Kantonsschule am Burggraben (SG)
  • Florian Brauss, Kantonsschule am Burggraben (SG)
  • Noelia Cheridito, Kantonsschule Glarus (GL)

 

David Reichmuth gewann Bronze, Felix Bergmann und Florian Brauss wurden mit Honorable Mentions ausgezeichnet. 

Im Baltikum zu Gast

Wie landet eine Delegation aus der Schweiz an der Nordisch-Baltischen Physik-Olympiade (NBPhO), die sich eigentlich an Talente aus Estland, Finnland, Lettland und Schweden richtet? Auf Einladung, als eines von sieben Gastländern zusammen mit Kasachstan, Vietnam, Saudi-Arabien, Serbien, Georgien und Litauen. Insgesamt trafen sich 104 physikalische Olympionik*innen in Tallinn. Da die Schweiz dieses Jahr auf eine Teilnahme an der Internationalen Physik-Olympiade in Iran verzichtet, geht es für die Gold-Gewinner des nationalen Finals im Juli “nur” an die Europäische Physik-Olympiade in Georgien, während vier Kandidat*innen, die national Silber oder Bronze gewonnen hatten, nun Ende April in die estnische Hauptstadt reisen durften. 

Ein etwas anderer Wettbewerb 

Die Fragen bei den zwei fünfstündigen Prüfungen der NBPhO seien offener formuliert und würden mehr Kreativität erfordern, als sie es sich von der Internationalen Physik-Olympiade gewohnt sei, erklärt EPFL-Studentin Clémence Bachmann, die die Jugendlichen nach Estland begleitet hat. Die Schüler*innen mussten zum Beispiel die Masse einer dünnen Schnur ermitteln, nur mithilfe von Klebeband und einer Heftklammer. Dafür, dass die Schweizer Teilnehmenden wenig Zeit hatten, sich auf solche Fragen vorzubereiten, sei das Ergebnis sehr gut. “Es waren nur wenige Informationen gegeben und man musste oft genau die richtige Idee haben, um auf die Lösung zu kommen”, meint Noelia, die sich überlegt, an der ETH Maschinenbau zu studieren. 

"Schwierig, aber lohnenswert"

“Ich hätte nicht damit gerechnet, eine Medaille zu gewinnen”, sagt David. Die Prüfungen seien sehr breit gewesen, von geometrischen Berechnungen bis hin zu praktischen Experimenten. “In der Physik gibt es viele Wege, ein Problem zu lösen und man muss den richtigen finden - das macht das Fach schwierig, aber lohnenswert”. Florian meint, ihm habe oft das nötige Hintergrundwissen gefehlt, doch die Fragestellungen seien spannend gewesen. Am besten gefiel ihm eine Aufgabe, in der es um einen natürlich entstandenen Kernreaktor ging. “Es ist einfach spannend zu verstehen, wie die ganze Welt um uns herum funktioniert”, erklärt der angehende Physikstudent die Faszination des Fachs. “Ein Teil ist sicher auch, dass mir das Fach gut liegt, ich auch in der Schule viel Spass daran hatte und bei der Olympiade viele Gleichgesinnte treffen kann”, fügt er hinzu. 

“Bei den Wissenschafts-Olympiaden geht es nicht nur um die Prüfungen!”

Wie David betont: “Bei den Wissenschafts-Olympiaden geht es nicht nur um die Prüfungen!” Im Gedächtnis bleiben wird den Teilnehmenden auch, wie sie während eines physikalischen Orientierungslaufs durch die technische Hochschule in Tallinn rannten oder den Schweden Jass beibrachten. Um noch mehr solche Erfahrungen zu sammeln, will David im nächsten Schuljahr neben der Physik-Olympiade auch bei den Olympiaden in Biologie, Chemie, Mathe und Linguistik mitmachen - und sich in der Organisation engagieren, sobald er zu alt ist, um selber teilzunehmen. 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert seit 20 Jahren Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Zehn Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager, Prüfungen sowie Wettbewerbe für über 8'000 Talente in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Treffen Sie die jungen Talente - bei der Jubiläumsfeier am 14. September in Bern.

Bilder

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