Das International Young Physicists’ Tournament in der Schweiz
Vom 5. bis 12. Juli fand an der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation das International Young Physicists’ Tournament statt. Wir haben einen Teilnehmer aus Indien gefragt, wie er die Woche erlebt hat. Wie sich herausstellte, war es dank Wissenschafts-Olympiaden und ähnlichen Wettbewerben nicht sein erster Kontakt mit der Schweiz.
Sarthak (links) mit seinem Liechtensteiner IPO-Kollegen Leonhard. (Alle Bilder: Sarthak Dhole)
Ich heisse Sarthak und habe Indien am International Young Physicists’ Tournament (IYPT) 2026 an der ETH Zürich vertreten. Ausserdem habe ich am IYPT 2024 in Budapest sowie an den Internationalen Philosophie-Olympiaden (IPOs) von 2024 bis 2026 in Helsinki, Bari und Warschau teilgenommen. Während dieser Wettbewerbe hatte ich die Gelegenheit, die Schweizer Teams kennenzulernen und mit ihnen zu philosophieren – und im Rahmen des IYPT sogar über Physik zu diskutieren. Nach dem IYPT in Zürich verbrachte ich sogar ein paar Tage mit einem Schweizer Freund von der FIRST Robotics Competition beim Zelten in Niederurnen und traf mich in Buchs mit einem Freund aus Liechtenstein, den ich über die IPO kenne.
Während des Turniers hatten wir auch die Gelegenheit, auf den Stoos zu wandern, und ich erinnere mich noch gut an die Diskussionen über die Raum-Zeit-Debatten zwischen Bergson und Einstein, die wir während der Wanderung und während der Fahrt mit der steilsten Standseilbahn Europas führten! Diese Diskussionen an der Schnittstelle von Physik und Philosophie waren vielleicht der unvergesslichste Teil meiner Reise, besonders als wir vor Einsteins Pult an der ETH standen und darüber nachdachten. Ausserdem waren wir die ganze Woche über viel zu Fuss unterwegs, unterbrochen von Volleyballspielen und Karaoke am See, WM-Public-Viewing-Partys und Kunstgalerie-Besuchen im Stadtzentrum. Was das Turnier selbst betrifft, so habe ich mich riesig gefreut, dass unser Land in der Rangliste vorgerückt ist und sein bisher bestes Ergebnis an diesem Turnier erzielt hat. Das Format der Physik-Wettkämpfe gefällt mir sehr gut – diese intensiven vier Stunden, in denen man fleissig Notizen macht, Zettel an das Team weitergibt und in wenigen Stunden mehr über Probleme lernt, als man zuvor in einem ganzen Jahr bearbeitet hat, während man gleichzeitig seine wissenschaftliche Kommunikationsfähigkeit verbessert. Besonders viel Spass macht mir die Rolle des Reviewers, da ich alle Unstimmigkeiten klären und allen Beteiligten das neue und verbesserte wissenschaftliche Verständnis des Phänomens präsentieren darf – und ich freue mich, sagen zu können, dass ich in dieser Saison die höchste Reviewer-Punktzahl erreicht habe, die Indien je erzielt hat!
Nach dem Turnier und abgesehen von den IPO- und FRC-Treffen bin ich noch ein bisschen gewandert, habe schwimmen gelernt, ein Duran-Duran-Konzert in Locarno besucht, in Luzern performativ über Picasso diskutiert und hatte eine super tolle Zeit in der Schweiz. Ich hoffe, bald zurückzukehren.